logotype
HOT NEWS:
22 -January -2019 - 15:40

Pferdehaltung

Die RAL Gütegemeinschaft Wald- und Landschaftspflege e. V. und die Interessengemeinschaft Zugpferde e.V. entwickeln das RAL Gütezeichen „Pferdehaltung und -nutzung“

 

Initiatoren und Ziele des neuen Gütezeichens Pferdehaltung und –nutzung 

Während die Interessengemeinschaft Zugpferde e. V. (IGZ) sich seit ihrer Gründung 1992 um eine tierschutzgerechte Verwendung von Arbeitspferden in den unterschiedlichsten Bereichen bemüht, zertifiziert die RAL Gütegemeinschaft Wald- und Landschaftspflege seit über zehn Jahren den Einsatz von Rückepferden in der Forstwirtschaft. Sie nutzt dabei das System der RAL Gütesicherung, welches auch die Grundlage für das neue Gütezeichen darstellt. Ziel ist es, ein Zertifikat zu entwickeln, welches alle drei in der Haltung und Nutzung von Pferden involvierten Gruppen schützt: Zertifizierte Tierhalter stehen bei verschiedene

Problemen unter dem Schutz der Gütegemeinschaft und können eine regelmäßig kontrollierte, nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen überprüfte Haltung und Pflege sowie fachgemäßen, tiergerechten Umgang nachweisen. Zukünftig können sie sowohl in Versicherungsfällen als auch bei Kritik durch Tierrechtsorganisationen fundierte Argumente und Belege für den ordnungsgemäßen, verantwortungsbewussten Einsatz ihrer Pferde liefern. Darüber hinaus stellt das Gütezeichen eine Qualitätsgarantie dar, die zu Werbezwecken genutzt werden kann und potenziellen Kunden Informationen bietet. So dient das Gütezeichen durch seine Transparenz ebenso dem Verbraucherschutz. Zu guter Letzt profitiert der Tierschutz von den komplexen Inhalten, die geprüft werden sollen und auch die fachliche Kompetenz des Tierhalters abfragen. 

Die Struktur des neuen Gütezeichens Pferdehaltung und –nutzung

Die Nutzung von Pferden wird durch ihre Haltung bedingt. Daher soll die gute Pferdehaltung die Grundlage für das Gütezeichen darstellen. Dieser Bereich muss von jedem Betrieb, der das neue Gütezeichen tragen will, erfüllt werden. Je nach Spezialisierung des Betriebs sollen weitere Kategorien geprüft werden. Abbildung 1 zeigt eine mögliche Einteilung dieser Kategorien. 

Abbildung 1:

 

Abbildung 1: mögliche Einteilung der zu prüfenden Bereiche

 

Projektplan und aktueller Stand 

Der Weg des RAL Gütezeichens Pferdehaltung und -nutzung steht unter dem Einfluss der allgemeinen Vorgaben für den Ablauf der RAL Gütesicherung. 

Es ist vorgesehen, dass durch einen Güteausschuss ein Regelwerk erarbeitet wird, die Güte- und Prüfbestimmungen, welches das Güteniveau und alle zu prüfenden Aspekte und Bestimmungen festlegt.

Während der Erarbeitung ist für das Gütezeichen Pferdehaltung und -nutzung ein kontinuierlicher Austausch mit einem offenen Beraterkreis wünschenswert, der weitere Aspekte und Fachwissen aus verschiedenen Bereichen in die Bestimmungen einfließen lassen kann. Die Projektassistenz stellt in diesem Gefüge den Knotenpunkt und das Organisationszentrum aller Informationsflüsse dar und erstellt zunächst einen Rahmen, welcher im Laufe er Erarbeitung gefüllt wird.

Abbildung 2: Ablaufplan zur Erstellung des neuen Gütezeichens

 

Wie in Abbildung 2 erkennbar, werden die Güte- und Prüfbestimmungen nach ihrer Fertigstellung (der geplante Zeitraum bis dahin beträgt circa ein Jahr) von unabhängigen Sach- und Verkehrskreisen überprüft. Diese werden vom RAL Institut für Gütesicherung vorgeschlagen und bestehen beispielsweise aus zuständigen Verbänden und Ministerien.

Im Fall des Gütezeichens Pferdehaltung und -nutzung sind weitere Instanzen aus dem Tierschutz denkbar.

Nach der Prüfung durch die Sach- und Verkehrskreise wird das Gütezeichen anerkannt und in den Katalog der Gütezeichen aufgenommen. Es ist dann bereit, verliehen zu werden. Auch für diesen Bereich werden kompetente Auditoren benötigt, die aufgrund der festgesetzten Prüfprotokolle die Betriebe kontrollieren. Die Qualifikation der Prüfer stellt einen höchst relevanten Aspekt dar, sodass entsprechende Mindestanforderungen ebenfalls vom Güte-und Prüfausschuss festgelegt werden müssen. 

Aktuell befindet sich das Projekt in der Phase der Konstitution des Güteausschusses. Nach einer Informationsveranstaltung Ende März 2017 in Sankt Augustin, bei der Experten aus der gesamten Pferdebranche zusammen kamen, stimmten bereits Dr. Peter Herold sowie Horst Brindel, Fahrbeauftragter der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland e. V., einer Mitarbeit im Güteausschuss zu. 

Nächste Schritte stellen die Akquise weiterer Mitglieder und die Erstellung eines ersten Rahmens der Güte- und Prüfbestimmungen dar. Dazu ist geplant, bereits bestehende Richt- und Leitlinien zur Pferdehaltung und -nutzung einzuarbeiten und mit neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ergänzen. Dazu empfiehlt es sich, den Kontakt zu den führenden Hochschulen der Pferdeforschung zu intensivieren und für dieses Projekt zu gewinnen.

 

2019  Gütegemeinschaft